Unabhängigkeit aus Gleichstellungssicht in Estland
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Estland – 100 Jahre nach der ersten Unabhängigkeit aus Gleichstellungssicht

Estland – 100 Jahre nach der ersten Unabhängigkeit aus Gleichstellungssicht

Estland – ca. 1,3 Mio. Einwohner*innen, seit 1918 ein – mit Unterbrechung – unabhängiger Staat, seit 2004 Mitglied der Europäischen Union, zurzeit mit einer Frau an der Spitze, Präsidentin Kersti Kaljulaid. All das sind Informationen, die ohne Schwierigkeiten über Wikipedia zu finden sind. Doch wie sieht es mit der Frauen- und Gleichstellungspolitik in Estland aus? Wie ist die Rolle der Frau 100 Jahre nach der ersten Unabhängigkeit des Landes?

Diese und weitere Fragen haben wir am 29. Oktober 2018 mit Liisa Pakosta diskutieren können. Sie ist die Beauftragte für Gender, Menschenrechte und Arbeitsdiskriminierung in Estland. Die Veranstaltung war ein Kooperationsprojekt der Hanse- und Universitätsstadt Rostock/Büro für Gleichstellungsfragen, des Frauenbildungsnetz MV und der Universität Rostock/Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften.

Frau Pakosta beschrieb zunächst die historische Entwicklung in Bezug auf Gleichstellung in Estland und stellte anschließend aktuelle Zahlen u. a. zur Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern (Gender Pay Gap) vor. Dabei war auffallend, dass Estland und Mecklenburg-Vorpommern bzw. Deutschland einander ähnlicher sind, als man zunächst vermutet, vor allem in Bezug auf die strukturellen Herausforderungen in Sachen Gleichstellung.

Auch das Thema Digitalisierung spielte in der Diskussion eine Rolle. Estland gilt als das europäische Vorzeigeland in dieser Frage, aber Frau Pakosta wies auch darauf hin, dass die Digitalisierung neue Herausforderungen bringt, die für Frauen nicht unbedingt förderlich sind. Ein Beispiel: Die technische Entwicklung im IT-Bereich ist sehr schnelllebig. Insofern sind Ausfallzeiten wie Elternzeit von einem und mehr Jahren eher hinderlich. Und da immer noch Frauen vor allem diese Zeiten in Anspruch nehmen, haben sie zwangsläufig größere Schwierigkeiten auf dem IT-Arbeitsmarkt.

Gleichzeitig zeigte sich jedoch auch, welche spannenden Ideen in Estland rund um das Thema Gleichstellung entwickelt wurden. Unter anderem gibt es einen Klingelton zum Thema „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ und eine EU-geförderte Comedy-Serie um eine jugendliche Rapperin, in der Geschlechterstereotype bzw. deren Aufhebung im Mittelpunkt stehen.

Zum Schluss wurde verabredet, dass wir in Kontakt bleiben und gemeinsam überlegen werden, an welcher Stelle wir zusammenarbeiten und ob wir eventuell ein gemeinsames Projekt auf den Weg bringen können.

Unser herzlichster Dank geht an Liisa Pakosta, dafür dass sie den weiten Weg von Tallinn nach Rostock auf sich genommen hat.

Dr. Cathleen Kiefert-Demuth
Gleichstellungsbeauftragte



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